Venedig testet erstmals umstrittene Hochwasserschutz-Anlage

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Für den Flutschutz in Venedig steht heute eine entscheidende Probe an. Zum ersten Mal wird eine umstrittene Hochwasserschutzanlage komplett ausgefahren. Das Projekt «Mose» soll dabei an den Laguneneingängen getestet werden.

Venedig hat erstmals eine umstrittene Flutschutzanlage umfassend getestet. Dabei wurden am Freitag alle Barrieren des Hochwasserschutzprojekts «Mose» ausgefahren, die die Lagunenstadt künftig vor verheerenden Überschwemmungen schützen sollen. Fälle von Korruption und Kriminalität hätten in der Vergangenheit das Projekt überschattet, sagte Regierungschef Giuseppe Conte in Venedig, als er den Test eröffnete. «Lasst uns alle auf das Ziel konzentrieren: Wir sollten alle hoffen, dass es funktioniert.»

Das 2003 begonnene und auf sechs Milliarden Euro veranschlagte Projekt ist von Korruptionsskandalen und technischen Problemen überschattet. Nachdem die Einweihung schon für 2017 geplant war, soll das System jetzt Ende 2021 einsatzbereit sein. Das verheerende Hochwasser am 12. November 2019 erhöhte den Druck auf die Fertigstellung.

Conte reist zur Generalprobe nach Venedig

Zu der Generalprobe reisten Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, Innenministerin Luciana Lamorgese und Infrastrukturministerin Paola De Micheli nach Venedig. Conte betonte, es gehe darum, die Kontroversen der Vergangenheit jetzt im Sinn der Hegelschen Dialektik zu einer “Aufhebung” zu bringen. Einziges Ziel müsse sein, die Sicherheit und Schönheit Venedigs zu bewahren, sagte der Ministerpräsident unter Verweis auf die wirtschaftlichen, sozialen und kunsthistorischen Flutschäden des vergangenen Herbstes.

Bürokratie, Korruptionsskandale und unterschiedliche politische und wirtschaftliche Interessen hatten das Milliarden-Projekt immer wieder verzögert. Es soll nun Ende 2021 fertig sein.

Rekordflut richtete große Schäden in Venedig an

Venedig wird vor allem in den Herbst- und Wintermonaten immer wieder von Hochwasser überflutet. Vergangenes Jahr im November hatte eine Rekordflut verheerende Schäden angerichtet und den Tourismus zum Erliegen gebracht. Danach hatten Politiker versprochen, dass «Mose» nun wirklich schnell fertig werde.

Allerdings haben viele Bewohner Venedigs und Umweltschützer Zweifel am Nutzen des Mammut-Projekts. Sie befürchten, dass die unterirdische Anlage, bei der Barrieren ausgefahren werden können, das Ökosystem der Lagune weiter gefährdet.

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